Um ehrlich zu sein bin ich Clown

Als Clown „Muamba“ in Rio

Drei mal zwei Meter, mein Zimmer. Links der Schreibtisch, rechts offener Koffer mit allem was ich habe, ich auf der Matratze, verschwitzt, Deckenventilator, nasses Leintuch, Viecher auf dem Boden und an der Wand, eigentlich überall. Und dann das Jucken in den Augen. Zuerst nur Jucken, dann wie Sandkörner auf der Netzhaut. Bindehautentzündung, da helfen keine Medikamente, man kann nur Sonnenbrille aufsetzen, aushalten und warten. Nach drei Wochen ist es vorbei.

Was nach drei Wochen nicht vorbei war, war die Einsamkeit. Das Gefühl des Gescheitertseins. Das Gefühl der größte Loser zu sein. Mein Herz war verletzt, ich war verlassen worden und konnte niemanden mehr wirklich lieben und liebte mich selbst am Allerwenigsten.

Mittags ging ich meist allein essen, wirkliche Freunde hatte ich keine. Las Zeitung. Rio de Janeiro, Oktober 2004. Ein Interview mit dem Clown Marcio Libar. Clowns waren für mich damals einerseits Zirkus- oder Kinderclowns mit roten Nasen, die mehr oder weniger lustige Dinge taten und in ihrem zwanghaften Drang lustig sein zu müssen schon auch mal eher unangenehm werden konnten. Andererseits hatte ich ein All-Time-Lieblingsbuch, Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll, ihr kennt das: die Story eines sehr unglücklichen, nicht beziehungsfähigen, ziemlich selbstmitleidigen Clowns. Mit dem ich mich leider volle Pulle identifizieren konnte. So sehr, dass ich ab meinem 22. Lebensjahr mit »Clows« unterschrieb. Da hatte ich das Buch zum zweiten Mal gelesen und hörte am liebsten Tom Waits. Mein Grundzustand war die Einsamkeit mit einem gewissen Hang zum melancholischen Pathos, und so wie Bölls Protagonist Hans Schnier fühlte auch ich mich unverstanden und schrieb Zitate wie dieses in mein Tagebuch: »Ich glaube, es gibt niemanden auf der Welt, der einen Clown versteht, nicht einmal ein Clown versteht den anderen.« Und: »Unter Glück, das länger als eine Sekunde, vielleicht zwei, drei Sekunden dauert, kann ich mir nichts vorstellen.«

Clows. Traurig, aber klug. So klug, dass ich mich für was Besonderes hielt. So klug, dass mich meine Klugheit oft unglücklich machte, dass ich oft jene beneidete, die in ihrer Dumpfheit einfach in den Tag hineinlebten, sich nix schissen und einfach nahmen, was sie brauchten. Und ich: unglücklich, aber wenigstens was Besonderes. Und 15 Jahre später, als 37-Jähriger nach einer gescheiterten Beziehung in Brasilien gelandet, und immer noch der gleiche Depp.

Mit Márcio Libar 2004 in Rio de Janeiro

Mir gefiel das Interview, mir gefiel, was dieser Libar, ein Afrobrasilianer meines Alters aus den Suburbs von Rio, über Clowns sagte: »Der Clown ist derjenige, der fällt, der scheitert, der verliert … und immer wieder aufsteht. Deshalb lieben wir Clowns wie Charlie Chaplin: weil sie etwas zeigen, was wir selbst verstecken, wofür wir uns selbst genieren – dass wir selbst, jeder und jede von uns, immer wieder fallen, scheitern, verlieren, ein ganzes Leben lang.« Das traf. Ich fühlte mich wie gesagt als der größte Loser ever, und das klang nach Aussicht auf Versöhnung. Versöhnung mit mir selbst.

Ich lebte zu diesem Zeitpunkt schon ein gutes halbes Jahr in Rio, hatte ein Buch über Politik und Menschenrechtsverletzungen durch internationale Konzerne geschrieben, das es zum Weltbestseller gebracht hatte, damit viel Geld verdient und keine Ahnung, was ich in Zukunft machen wollte. Mein Erfolg als Autor und meine Bekanntheit zu Hause hatten mein Ego genährt, aber instinktiv merkte ich, dass mir dieses Ego, die – wenn auch erfolgreiche – Suche nach Anerkennung im Weg stand, mich daran hinderte befriedigende und tragfähige Beziehungen aufzubauen. Ich verstand mich als rebellischen, widerständigen Menschen, der einen Gutteil seiner Energie aus der Kritik an den politischen Verhältnissen bezog, wusste aber gleichzeitig, dass dieser Widerstand auch ein Widerstand gegen meine eigenen Verhältnisse, meine bürgerliche Herkunft, mein Land, meine Nazigroßeltern, die Widersprüchlichkeit, sie trotz ihrer politischen Überzeugung geliebt zu haben, gegen meine Erziehung und meine damit verbundenen Ängste war: Die Angst vor dem Verlust von Anerkennung, die Angst, gesellschaftliche Erwartungen an meine anerzogenen Bilder von Männlichkeit, Erfolg und Stärke nicht zu erfüllen und deshalb nicht geliebt zu werden. Nicht als der, der ich war: ein sensibler, nachdenklicher, selbstzweifelnder und sehr liebesbedürftiger Mittdreißiger. Sondern allenfalls für das, was ich konnte: schreiben, diskutieren, argumentieren, aufbegehren, Konflikte suchen und mich mit Mächtigen – als Kind mit Eltern und Lehrern, später mit Politikern und Konzernen, mit dem »System« – anlegen.

Daher erregte der zweite Teil des Interviews meine Aufmerksamkeit:

Der Archetyp des Clowns umfasst den ewigen Kampf zwi­schen Autorität und Rebellion. In jedem von uns steckt ein Autoritärer und ein Rebell. Seit­ dem der Mensch in Gemeinschaft mit anderen lebt, existiert dieser Konflikt: Der Konflikt zwischen dem, der du wirklich bist, und demjenigen, der so ist wie es die Gesellschaft von dir erwartet. In diesem Widerspruch liegt unser existenzieller Kampf: Stehe ich auf oder bleibe ich im Bett? Esse ich noch ein Stück Kuchen oder halte ich Diät? Küsse ich jemand anderen oder bleibe ich treu? Wir befinden uns in einem ständigen Konflikt: mein Körper ist an die Schwerkraft gebunden, während meine Seele frei fliegen möchte. Der Clown lebt genau in der Mitte dieses Konflikts, in die­sem Widerspruch. Deshalb blickt er oft in die eine Richtung und geht in die andere – und schlägt sich die Nase rot. Er hat immer zwei Blickrichtungen, zwei Ziele. Er will die Welt auf den Kopf stellen.

Das wollte ich auch! Einige Wochen später besuchte ich einen Wochenend-Workshop bei Marcio Libar, der zumindest mal mein Leben auf den Kopf stellte. Weil ich mich an diesem Wochenende zum ersten Mal als den Menschen sah (und von anderen sehen ließ), der ich war, und nicht als denjenigen, der ich glaubte sein zu müssen. Und weil ich mich an diesem Wochenende zum ersten Mal vollständig und geliebt fühlte, vollständig geliebt, allen voran von mir selbst. Und weil ich an diesem Wochenende beschloss, den Weg zu mir selbst und darüber hinaus bis zu Ende zu gehen – und darüber hinaus.

Als Messdiener mit Leo Bassi im Wiener Orpheum

Ich studierte Schauspiel in Rio und reiste zu den weltbesten Clowns um von ihnen zu lernen: Von Leo Bassi, Jango Edwards, Philippe Gaulier, Avner Eisenberg, Sue Morrison und vielen anderen. »Clowns are not funny, people are funny«, sagt Jango.

Wir lachen über gute Clowns nicht deshalb, weil sie so lustig sind. Wir lachen über sie, weil wir unser eigenes Scheitern, unsere eigenen Widersprüchlichkeiten, unsere eigene Lächerlichkeit in ihnen wiedererkennen. Lachen ist nichts anderes als eine spontane Muskelentspannung: Es entspannt uns, wenn sie zeigen, was wir selbst aus Scham verbergen. Wenn sie uns den Narrenspiegel vorhalten, in dem wir unsere Leiden, unsere Verluste, unsere Ängste erkennen, aber ohne die damit verbundenen Kränkungen und Schuldzuweisungen.

Jango Edwards mit „Frei und gefährlich“

»Clown is innocence after experience«, sagt die Kanadierin Sue Morrison, die in der Tradition indigener sacred clowns unterrichtet: Ich kenne und akzeptiere alle meine Persönlichkeitsanteile, auch die dunklen, und gebe weder mir noch anderen Schuld dafür. Und genau diese Akzeptanz macht echte Verbindung möglich: Zu mir, zu anderen, zum Universum.

»Du wirst nie je­mand sein, der du nicht bist.«, so Jango Edwards. »Uns Clowns geht es darum, Menschen zu helfen, und um anderen Menschen helfen zu können musst du zuallererst dir selbst helfen: Du musst wissen, wer du bist, und du musst ehrlich sein. Das ändert dein Leben.«

Mit dem indigenen Clown (Hotxuá) Ahprac Krahô in Brasilien

Viele Jahre später erzählte mir Marcio Libar von einer Begegnung mit dem brasilianischen Sänger Caetano Veloso. Auf einer Party hatte er ihm auf die Frage nach seiner Tätigkeit geantwortet: »Ich bin Schauspieler. Aber, um ehrlich zu sein, bin ich Clown.« Und Caetano sagte: »Um ehrlich zu sein, bist du Clown? Du bist Clown, um ehrlich zu sein!«

Mit dem Globalisierungskritiker Christian Felber beim Theaterstück „A Hetz“

Und ich? Ich bin Autor, Coach, Persönlichkeitstrainer, Vortragsredner, Schauspieler, Expolitiker, Vater und sonst noch einiges. Aber: Um ehrlich zu sein, um wirklich ehrlich zu sein, bin ich Clown.

Der Beginn dieses Texts stammt aus meinem Buch „Frei und gefährlich. Die Macht der Narren“ (Benevento Verlag 2016).

Willst du auch erleben, wie es sich anfühlt die Masken fallen zu lassen und dich als die oder den kennenlernen und akzeptieren, die oder der du wirklich bist? Dann melde dich jetzt für den nächsten narrenfreɪ˙-Workshop oder für ein individuelles Coaching an!

Mach dich doch lächerlich!

„Wer es erstens schafft, sich selbst anzunehmen, und zweitens die Angst vor der eigenen Lächerlichkeit verliert, ist Werner-Lobo überzeugt, wird vieles gewinnen“, schreibt das Kund_innenmagazin von DM active beauty über „Frei und gefährlich – Die Macht der Narren in seiner aktuellen Ausgabe:

„Vor allem ein großes Maß an Freiheit. Die Freiheit, sich weder verstellen noch verrenken zu müssen. Damit gibt man dem anderen automatisch zu spüren: Nimm mich so, wie ich bin, mit all meinen guten und schlechten Seiten, oder lass es bleiben. Die Scheu davor zu verlieren, die eigene Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit zu zeigen, wirkt befreiend. Der Schlüssel dabei ist laut Werner-Lobo, nicht nach Anerkennung zu haschen, sondern seinen Emotionen zu folgen.“

To Jango with Love

Jango Edwards erhielt heute aus der Hand von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny das Goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien. Wer Jango kennt wird sich nicht wundern, dass Festakt etwas anders verlief als normalerweise: Für die Ehrenzeichenkanzlei, aber auch für Kameraleute und manch andere Anwesende war Jangos Auftritt eine, sagen wir mal, Herausforderung.

Hier die Laudatio, die ich auf Jangos Wunsch halten durfte. Auch meine Rede begann etwas ungewöhnlich: Mit nix. Also zumindest erstmal nicht mit Reden.

This is about power. This is about freedom. This is about love. This is about things that Jango Edwards has given to us.

One of the lessons I learned from Jango is that you don’t have to do nothing to get all that.

I did nothing now, I just gave myself the freedom to do nothing – and I got all your attention. And you can believe me, it’s hard to do nothing, it takes a lot of courage to just stand here doing nothing. And I got all your attention. Maybe I should do that in the next session of the Gemeinderat. I’m sure I will get an Ordnungsruf, a call for obedience. „To Jango with Love“ weiterlesen

Frankfurter Rundschau: „Aus Freude am Subversiven“

Die Frankfurter Rundschau hat mich für ihre Samstagsausgabe porträtiert:

Klaus Werner-Lobo
Aus Freude am Subversiven

Von Kathrin Hartmann

Vom Café aus schaut man über eine Piazza, eingerahmt von einem Parkdeck und Ikea. Das ist Europark, Salzburgs größtes Einkaufszentrum, 130 Läden, 300 Millionen Umsatz im Jahr. Klaus Werner-Lobo läuft entschlossenen Schritts über den Platz, der Wind spielt mit seiner Strubbelfrisur, man kann ihn schon von Weitem grinsen sehen. Er stellt seinen Koffer ab, sieht sich um und sagt: „Eh ein passender Rahmen.“

Werner-Lobo ist Journalist und Autor des Standardwerks der Globalisierungskritik: „Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne“. Das investigativ recherchierte Buch (mit Co-Autor Hans Weiss) belegt, dass der Profit von Konzernen, deren Produkte den Alltag westlicher Konsumenten bestimmen, auf Menschenrechtsverletzung und Umweltzerstörung gründet: Adidas, Aldi, Bayer, Coca Cola, Danone, H&M, Nestlé, Ikea, Shell und andere. Es erschien 2001; kurz zuvor war beim G-8-Gipfel in Genua der Demonstrant Carlo Giuliani von der Polizei erschossen worden. Das Buch, jüngst in sechster Auflage und zum vierten Mal aktualisiert erschienen, wurde mehr als 150.000 Mal verkauft.

Heute hat der Österreichische Gewerkschaftsbund den 43-Jährigen für einen Auftritt gebucht – im Theater im Einkaufsparadies. Später wird Werner-Lobo einen Schlapphut tragen und eine karierte Hose, die er sich bis fast unter die Achseln zieht: „Ich bin der Klaus. Und wie heißt´s ihr?“, wird er aus dem Lichtkegel fragen und Lacher ernten. Er wird nach einer albernen Tanzeinlage erklären, wie sich Ölkonzerne an den Bodenschätzen Nigerias bereichern, eines reichen Landes, in dem die Menschen in bitterer Armut leben. Und wie die Menschen in einem verzweifelten Kraftakt nach Europa fliehen und weggeschickt werden. „Das ist so, wie wenn ich zu meinem Nachbarn geh´, seinen Kühlschrank leer räume und mit seinem Bier eine Party mache. Und wenn mein Nachbar mitfeiern will, schmeiß´ ich ihn raus.“

Es ist nichts Wehleidiges in seiner Stimme, sondern Wut. Witz. Leidenschaft. Das Publikum, das er angriffslustig ansieht, weiß nicht recht: Darf man das lustig finden? Manche lachen verhalten. Für Werner-Lobo ein Erfolg: Er will keine Lachsalven, sondern Irritation. Er hat diese Dinge oft in ernsten Vorträgen erzählt. „Das ließ die Leute manchmal mit einem Ohnmachtsgefühl zurück, das ich doch bekämpfen will.“ Der Clown sei Sinnbild des Unperfekten: „Die eigene Lächerlichkeit zeigen baut Distanz ab. Sie sollen denken: Wenn der Trottel das kann, kann ich das auch.“ Darum geht es ihm: „Wer lacht, hat keine Angst. Wer keine Angst hat, ist gefährlich für jene, die mit ihrer enormen Wirtschaftsmacht die Welt beherrschen.“

Eigentlich, sagt er, hätten ihn Clowns nie interessiert. In Rio, wo er einige Zeit lebte, überzeugte ihn ein Interview mit einem politischen Clown: „Keine Figur verkörpert so sehr das Scheitern. Der glückliche Loser – der ist das Gegenteil unseres gesellschaftlichen Ideals, der widersetzt sich dem Wettbewerb, er ist subversiv.“

In Rio lernte der Österreicher die Schauspielerei und ließ sich zum Clown ausbilden, unter anderem bei Leo Bassi und Jango Edwards. Die Freude am Subversiven, die Wut auf die Mächtigen ist Werner-Lobos Antrieb. „Ich weiß, dass die Unternehmen Millionen verlieren, wenn ihr Image angekratzt ist. Das macht mir einen Riesenspaß, denen die Profite zu verhageln. Wie einem Kind, das eine Sandburg kaputt haut.“ Kein Konzern, dessen Machenschaften Klaus Werner-Lobo aufdeckte, hat ihn verklagt – aus Angst vor weiterem Imageverlust.

So irritiert und provoziert er auch im Alltag: Als die Erzdiözese Wien Hinweise zu einer Seligsprechung der österreichischen Kaiserin Zita sammelte, schrieb er den Kirchenmächtigen: Nach dreimaliger Anrufung Zitas habe sein von Verstopfung gequälter zwei Monate alter Sohn einen prächtigen Stuhlgang fabriziert – und erhielt prompt ein Dankesschreiben. Und als im März die SPÖ in Wien das Bettelverbot in der Innenstadt beschloss, organisierte er einen bunten Flashmob aus lauter Bettlern.

Klaus Werner-Lobos Auffassung von Widerstand und Humor stößt nicht nur auf Begeisterung. Globalisierungskritiker betitelten ihn als „Nestbeschmutzer“, sagt er: „Diese Überzeugung ,Wir sind die Guten – das hat schon sektenartige Züge. Davon lasse ich mich nicht vereinnahmen.“ Neuerdings kandidiert er aber, obwohl parteilos, für die Wiener Grünen. Deren Chefin Maria Vassilakou hatte eine Rede gehalten, nachdem ein Mann in Abschiebehaft gestorben war, eine kompromisslose, antirassistische, systemkritische Rede. „Da standen mir die Tränen in den Augen. Ich dachte, wenn die so was sagt, dann passt da einer wie ich auch dazu.“

Am Ende der Show verteilt Werner-Lobo Luftschlangen, die Stimmung ist gelöst, das Publikum jubelt. Draußen im Einkaufszentrum spielt eine spanische Folklore-Band. Menschen stehen drumherum, es ist kurz vor Ladenschluss, ihre Gesichter sehen erschöpft aus. Man möchte ihnen gern eine Luftschlange schenken.

WDR-Diskussion „Raus aus der Krise“

Vor ein paar Wochen habe ich in der WDR-Sendung west.art am sonntag mit Matthias Horx, Ulrich Khuon, Gertrud Höhler und Rebekka Reinhard und Holger Noltze über das Thema „Raus aus der Krise – Wie müssen wir unser Leben ändern?“ diskutiert. Hier ein paar Ausschnitte aus der Sendung:

jetzt.de: Zum Beispiel Spaß

jetztde „Werner-Lobo ist Autor und Clown“, steht seit Wochen unter dieser Kolumne. Diesmal möchte ich erklären, warum ich meine journalistische Ernsthaftigkeit gerne auch mal der Lächerlichkeit preisgebe.

Immer wenn die Häuptlinge des nordamerikanischen Volkes der Hopi hoch zu Ross ihre Macht demonstrierten, zäumten die Chühü’wimkya ihre Pferde von hinten auf. Die „Gegenteilmenschen“, wie diese Clowns bei den Hopi hießen, provozierten dann lärmend und obszön gestikulierend Gelächter und stahlen ihren Führern die Show. Und wenn der mächtige Schamane das Volk mit Magie und Zauberei beeindruckte, wurde er von den Gegenteilern so ungeschickt imitiert, dass alle lachend seine Tricks durchschauten.

Wirtschaftskrise, Klimawandel, Krieg, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit, Sozialabbau: Das alles ist natürlich kein Grund zum Lachen. Oh nein: Es ist, je nach Geschmack und Tagesverfassung, zum Fürchten, zum Ausderhautfahren oder zum Verzweifeln. Ja eh. Nur: Das hilft alles nichts. „jetzt.de: Zum Beispiel Spaß“ weiterlesen