Luft raus

Was ich immer schon für eine gute Idee gehalten habe wird jetzt in Paris systematisch praktiziert: Anonyme Ökoguerrillas lassen Luxus-Geländewagen die Luft aus den Reifen. Damit die Alarmanlage nicht losgeht, stülpen die „Dégonflés“ („Luft-Raus-Kommandos“) einen Fahrradadapter über die Ventile, sodass die Luft langsam entweicht. Bis zu zwei Dutzend Fahrzeuge „erledigt“ ein Kommando pro Nacht. Gerichtsklagen haben kaum eine Chance – im schlimmsten Fall kann der Besitzer die Abschleppkosten zurückverlangen.

Vielleicht finden sich ja bald Nachahmer in anderen Städten – immerhin emittieren die sinnlosen SUV-Autos im Schnitt 230 Gramm des Klimagiftes Kohlendioxid pro Kilometer – ein normaler PKW kommt auf rund 154 Gramm.

In 10 Tagen erscheint das Schwarzbuch Öl. Mehr dazu in Kürze auf diesem Bildschirm.

Chirac prophezeit Rebellion der Armen

Brasiliens Praesident Luiz Inácio Lula da Silva schlug gestern in New York gemeinsam mit den Regierungschefs von Chile, Frankreich und Spanien die Einfuehrung einer internationalen Steuer auf Finanztransaktionen zugunsten der Armutsbekaempfung vor.

Sogar Frankreichs konservativer Praesident Jaques Chirac verteidigte den Vorschlag gegen die USA mit dem Hinweis, dass bereits mehr als hundert Laender fuer die Einfuehrung einer solchen Steuer seien. Chiracs denkwuerdige Warnung: „Der Lohn für Selbstsucht ist Rebellion.“

Auch der Vorschlag einer Steuer auf internationalen Waffenhandel stiess auf den Widerstand der Vereinigten Staaten. Lulas Seitenhieb auf die US-Regierung: „Hunger ist die gefaehrlichste Massenvernichtungswaffe der Welt.“