narrenfrei-Podcast #3 mit Heinz Vettermann

Heinz Vettermann ist Gemeinderat und Landagsabgeordneter, Bildungssprecher der SPÖ Wien und Vorsitzender der SPÖ Josefstadt. Im ehrenamtlichen Nebenberuf ist der praktizierende Zen-Buddhist Generalsekretär der österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft.

Wir sprechen über die Krise der Sozialdemokratie, über wieder aufkeimende autoritäre Tendenzen und die Möglichkeiten und Grenzen einer fortschrittlichen Bildungspolitik. Heinz erklärt, wie Meditation dazu führen, sich mit uns selbst und allen verbunden zu fühlen und das „Ich“ loszulassen.

Wir reden über sozial engagierten Buddhismus und darüber, ob Achtsamkeit dazu führen kann, gleichzeitig Mitgefühl mit freiheitlichen Abgeordneten zu empfinden und deren Ideen entschieden zu bekämpfen. Außerdem habe ich ihn gefragt, was sich ändern würde wenn er Wien allein regieren würde und wen oder was er liebt.

Links zur Folge:

https://www.vettermann.at – Blog von Heinz Vettermann

Grün ist das neue Rot – Der im Podcast erwähnte Essay von Christoph Chorherr

http://www.buddhismus-austria.at Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft

Sozial engagierter Buddhismus – Sehr hörenswerter Beitrag des Zen-Podcasts von Choka Sangha

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narrenfrei-Podcast #2 mit Tomas Zierhofer-Kin

Nach Stefanie Sargnagel ist mein zweiter Gast beim narrenfrei-Podcast heute der Künstler und Kulturmanager Tomas Zierhofer-Kin. Er erzählt, warum sein größter Wunsch die Selbstauflösung und das Ende von Kunst und Politik ist, wieso er von Konzessionen abrät, wie seine Intendanz bei den Wiener Festwochen gescheitert ist und ob er es dort mit der Narrenfreiheit zu weit getrieben hat.

Wir reden über unsere große Sehnsucht nach Verbindung und darüber, was uns beide verbindet: Dass unser jeweiliges Scheitern unser Leben gerettet hat und wie sehr uns dabei Persönlichkeiten geholfen haben, die uns schonungslos den Spiegel vorgehalten haben: Bei ihm eine mit vier Beinen, bei mir mit roter Nase. Und abschließend verrät uns Tomas, was und wen er liebt.

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narrenfrei-Podcast #1 mit Stefanie Sargnagel

Heute habe ich ein neues Projekt gestartet: Einen Podcast über Träume und Sehnsüchte, über Humor, Mitgefühl und Scheitern, über Politik und die größte aller Freiheiten: Die Narrenfreiheit.

Mein erster Gast ist die wunderbare Künstlerin Stefanie Sargnagel. Mit ihr habe ich über die Befreiung des Mannes durch das Matriarchat geredet, über den Umgang mit Kränkungen durch Medien und Online-Shitstorms, über Macht und Humor – und warum sich Männer vor lustigen Frauen fürchten.

Im Gespräch über Ambivalenzen im Umgang mit politischer Korrektheit haben wir unsere eigenen Sexismen und Rassismen hinterfragt, wozu das blöde Facebook gut ist, warum auf Twitter so viele narzisstische Journalisten unterwegs sind und Armin Wolf Julia-Engelmann-Videos zeigt. Außerdem hat mir Steffi verraten, wen und was sie liebt.

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Um ehrlich zu sein bin ich Clown

Als Clown „Muamba“ in Rio

Drei mal zwei Meter, mein Zimmer. Links der Schreibtisch, rechts offener Koffer mit allem was ich habe, ich auf der Matratze, verschwitzt, Deckenventilator, nasses Leintuch, Viecher auf dem Boden und an der Wand, eigentlich überall. Und dann das Jucken in den Augen. Zuerst nur Jucken, dann wie Sandkörner auf der Netzhaut. Bindehautentzündung, da helfen keine Medikamente, man kann nur Sonnenbrille aufsetzen, aushalten und warten. Nach drei Wochen ist es vorbei.

Was nach drei Wochen nicht vorbei war, war die Einsamkeit. Das Gefühl des Gescheitertseins. Das Gefühl der größte Loser zu sein. Mein Herz war verletzt, ich war verlassen worden und konnte niemanden mehr wirklich lieben und liebte mich selbst am Allerwenigsten.

Mittags ging ich meist allein essen, wirkliche Freunde hatte ich keine. Las Zeitung. Rio de Janeiro, Oktober 2004. Ein Interview mit dem Clown Marcio Libar. Clowns waren für mich damals einerseits Zirkus- oder Kinderclowns mit roten Nasen, die mehr oder weniger lustige Dinge taten und in ihrem zwanghaften Drang lustig sein zu müssen schon auch mal eher unangenehm werden konnten. Andererseits hatte ich ein All-Time-Lieblingsbuch, Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll, ihr kennt das: die Story eines sehr unglücklichen, nicht beziehungsfähigen, ziemlich selbstmitleidigen Clowns. Mit dem ich mich leider volle Pulle identifizieren konnte. So sehr, dass ich ab meinem 22. Lebensjahr mit »Clows« unterschrieb. Da hatte ich das Buch zum zweiten Mal gelesen und hörte am liebsten Tom Waits. Mein Grundzustand war die Einsamkeit mit einem gewissen Hang zum melancholischen Pathos, und so wie Bölls Protagonist Hans Schnier fühlte auch ich mich unverstanden und schrieb Zitate wie dieses in mein Tagebuch: »Ich glaube, es gibt niemanden auf der Welt, der einen Clown versteht, nicht einmal ein Clown versteht den anderen.« Und: »Unter Glück, das länger als eine Sekunde, vielleicht zwei, drei Sekunden dauert, kann ich mir nichts vorstellen.«

Clows. Traurig, aber klug. So klug, dass ich mich für was Besonderes hielt. So klug, dass mich meine Klugheit oft unglücklich machte, dass ich oft jene beneidete, die in ihrer Dumpfheit einfach in den Tag hineinlebten, sich nix schissen und einfach nahmen, was sie brauchten. Und ich: unglücklich, aber wenigstens was Besonderes. Und 15 Jahre später, als 37-Jähriger nach einer gescheiterten Beziehung in Brasilien gelandet, und immer noch der gleiche Depp.

Mit Márcio Libar 2004 in Rio de Janeiro

Mir gefiel das Interview, mir gefiel, was dieser Libar, ein Afrobrasilianer meines Alters aus den Suburbs von Rio, über Clowns sagte: »Der Clown ist derjenige, der fällt, der scheitert, der verliert … und immer wieder aufsteht. Deshalb lieben wir Clowns wie Charlie Chaplin: weil sie etwas zeigen, was wir selbst verstecken, wofür wir uns selbst genieren – dass wir selbst, jeder und jede von uns, immer wieder fallen, scheitern, verlieren, ein ganzes Leben lang.« Das traf. Ich fühlte mich wie gesagt als der größte Loser ever, und das klang nach Aussicht auf Versöhnung. Versöhnung mit mir selbst.

Ich lebte zu diesem Zeitpunkt schon ein gutes halbes Jahr in Rio, hatte ein Buch über Politik und Menschenrechtsverletzungen durch internationale Konzerne geschrieben, das es zum Weltbestseller gebracht hatte, damit viel Geld verdient und keine Ahnung, was ich in Zukunft machen wollte. Mein Erfolg als Autor und meine Bekanntheit zu Hause hatten mein Ego genährt, aber instinktiv merkte ich, dass mir dieses Ego, die – wenn auch erfolgreiche – Suche nach Anerkennung im Weg stand, mich daran hinderte befriedigende und tragfähige Beziehungen aufzubauen. Ich verstand mich als rebellischen, widerständigen Menschen, der einen Gutteil seiner Energie aus der Kritik an den politischen Verhältnissen bezog, wusste aber gleichzeitig, dass dieser Widerstand auch ein Widerstand gegen meine eigenen Verhältnisse, meine bürgerliche Herkunft, mein Land, meine Nazigroßeltern, die Widersprüchlichkeit, sie trotz ihrer politischen Überzeugung geliebt zu haben, gegen meine Erziehung und meine damit verbundenen Ängste war: Die Angst vor dem Verlust von Anerkennung, die Angst, gesellschaftliche Erwartungen an meine anerzogenen Bilder von Männlichkeit, Erfolg und Stärke nicht zu erfüllen und deshalb nicht geliebt zu werden. Nicht als der, der ich war: ein sensibler, nachdenklicher, selbstzweifelnder und sehr liebesbedürftiger Mittdreißiger. Sondern allenfalls für das, was ich konnte: schreiben, diskutieren, argumentieren, aufbegehren, Konflikte suchen und mich mit Mächtigen – als Kind mit Eltern und Lehrern, später mit Politikern und Konzernen, mit dem »System« – anlegen.

Daher erregte der zweite Teil des Interviews meine Aufmerksamkeit:

Der Archetyp des Clowns umfasst den ewigen Kampf zwi­schen Autorität und Rebellion. In jedem von uns steckt ein Autoritärer und ein Rebell. Seit­ dem der Mensch in Gemeinschaft mit anderen lebt, existiert dieser Konflikt: Der Konflikt zwischen dem, der du wirklich bist, und demjenigen, der so ist wie es die Gesellschaft von dir erwartet. In diesem Widerspruch liegt unser existenzieller Kampf: Stehe ich auf oder bleibe ich im Bett? Esse ich noch ein Stück Kuchen oder halte ich Diät? Küsse ich jemand anderen oder bleibe ich treu? Wir befinden uns in einem ständigen Konflikt: mein Körper ist an die Schwerkraft gebunden, während meine Seele frei fliegen möchte. Der Clown lebt genau in der Mitte dieses Konflikts, in die­sem Widerspruch. Deshalb blickt er oft in die eine Richtung und geht in die andere – und schlägt sich die Nase rot. Er hat immer zwei Blickrichtungen, zwei Ziele. Er will die Welt auf den Kopf stellen.

Das wollte ich auch! Einige Wochen später besuchte ich einen Wochenend-Workshop bei Marcio Libar, der zumindest mal mein Leben auf den Kopf stellte. Weil ich mich an diesem Wochenende zum ersten Mal als den Menschen sah (und von anderen sehen ließ), der ich war, und nicht als denjenigen, der ich glaubte sein zu müssen. Und weil ich mich an diesem Wochenende zum ersten Mal vollständig und geliebt fühlte, vollständig geliebt, allen voran von mir selbst. Und weil ich an diesem Wochenende beschloss, den Weg zu mir selbst und darüber hinaus bis zu Ende zu gehen – und darüber hinaus.

Als Messdiener mit Leo Bassi im Wiener Orpheum

Ich studierte Schauspiel in Rio und reiste zu den weltbesten Clowns um von ihnen zu lernen: Von Leo Bassi, Jango Edwards, Philippe Gaulier, Avner Eisenberg, Sue Morrison und vielen anderen. »Clowns are not funny, people are funny«, sagt Jango.

Wir lachen über gute Clowns nicht deshalb, weil sie so lustig sind. Wir lachen über sie, weil wir unser eigenes Scheitern, unsere eigenen Widersprüchlichkeiten, unsere eigene Lächerlichkeit in ihnen wiedererkennen. Lachen ist nichts anderes als eine spontane Muskelentspannung: Es entspannt uns, wenn sie zeigen, was wir selbst aus Scham verbergen. Wenn sie uns den Narrenspiegel vorhalten, in dem wir unsere Leiden, unsere Verluste, unsere Ängste erkennen, aber ohne die damit verbundenen Kränkungen und Schuldzuweisungen.

Jango Edwards mit „Frei und gefährlich“

»Clown is innocence after experience«, sagt die Kanadierin Sue Morrison, die in der Tradition indigener sacred clowns unterrichtet: Ich kenne und akzeptiere alle meine Persönlichkeitsanteile, auch die dunklen, und gebe weder mir noch anderen Schuld dafür. Und genau diese Akzeptanz macht echte Verbindung möglich: Zu mir, zu anderen, zum Universum.

»Du wirst nie je­mand sein, der du nicht bist.«, so Jango Edwards. »Uns Clowns geht es darum, Menschen zu helfen, und um anderen Menschen helfen zu können musst du zuallererst dir selbst helfen: Du musst wissen, wer du bist, und du musst ehrlich sein. Das ändert dein Leben.«

Mit dem indigenen Clown (Hotxuá) Ahprac Krahô in Brasilien

Viele Jahre später erzählte mir Marcio Libar von einer Begegnung mit dem brasilianischen Sänger Caetano Veloso. Auf einer Party hatte er ihm auf die Frage nach seiner Tätigkeit geantwortet: »Ich bin Schauspieler. Aber, um ehrlich zu sein, bin ich Clown.« Und Caetano sagte: »Um ehrlich zu sein, bist du Clown? Du bist Clown, um ehrlich zu sein!«

Mit dem Globalisierungskritiker Christian Felber beim Theaterstück „A Hetz“

Und ich? Ich bin Autor, Coach, Persönlichkeitstrainer, Vortragsredner, Schauspieler, Expolitiker, Vater und sonst noch einiges. Aber: Um ehrlich zu sein, um wirklich ehrlich zu sein, bin ich Clown.

Der Beginn dieses Texts stammt aus meinem Buch „Frei und gefährlich. Die Macht der Narren“ (Benevento Verlag 2016).

Willst du auch erleben, wie es sich anfühlt die Masken fallen zu lassen und dich als die oder den kennenlernen und akzeptieren, die oder der du wirklich bist? Dann melde dich jetzt für den nächsten narrenfreɪ˙-Workshop oder für ein individuelles Coaching an!

Workshop narrenfrei intensiv: Die Masken fallen lassen

Im narrenfreɪ˙–Workshop lernen wir mithilfe spielerischer Übungen, uns so zu akzeptieren und zu zeigen wie wir wirklich sind. Mit unseren Stärken und Schwächen und unserer Verletzlichkeit. Wir lernen, unserer Intuition zu vertrauen.

Wir überwinden die Angst vor dem Scheitern und gewinnen Selbstbewusstsein und Narrenfreiheit: Die Freiheit von belastenden Denkmustern und Rollenbildern. Die Freiheit, auch nach Rückschlägen und Verlusten von Neuem zu beginnen und unser Leben zu gestalten. Die Freiheit, über uns selbst lachen zu können. Die Freiheit, uns und anderen mit Großzügigkeit, Humor und Mitgefühl zu begegnen und miteinander und der Welt in Verbundenheit zu leben.

Der zweitägige Intensivworkshop bietet die Möglichkeit einer humor- und liebevollen Auseinandersetzung mit individuellen Verhaltensmustern, die letztlich in der Akzeptanz einer simplen Tatsache mündet: Du wirst niemals jemand anderer sein als du bist. Anders gesagt: Dieser Workshop kann dein Leben verändern.

Ziele

  • Selbst bewusst sein Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstironie, Intuition, Kreativität und Beziehungsfähigkeit
  • Gut leben Spielerische Überwindung von Kränkungen, Ängsten und Verlusterfahrungen
  • Bühne frei Angstfreies und charismatisches Auftreten, authentische emotionale Verbindung mit Publikum, bei Meetings, Verhandlungen, Vorträgen usw.

Maximal 14 Personen. Workshop für Erwachsene, keine Vorkenntnisse nötig.

Kann als Gruppenselbsterfahrung für Lebens- und SozialberaterInnen angerechnet werden.

Nächste Kurse:

  • 7./8. März 2020

jeweils von 9:30 bis ca. 18:30h (mit Mittagspause)

Ort: Stumpergasse 32/9 im Souterrain, 1060 Wien

Kosten: 300,- Euro inkl USt.; 50% Rückerstattung bei Stornierung bis zwei Wochen vor Workshopbeginn, danach keine Rückerstattung möglich.

Klaus Werner-Lobo lebt als Autor, systemischer Coach und Persönlichkeitstrainer in Wien. Er hat internationale Bestseller wie das „Schwarzbuch Markenfirmen“ zum Thema Globalisierung und Menschenrechte sowie das Buch „Frei und gefährlich“ über die Macht von Clowns und Narren in allen Kulturen verfasst. Er war Kulturpolitiker in Wien, hat in Rio de Janeiro Schauspiel studiert und bei weltweit erfolgreichen Clowns wie Leo Bassi, Jango Edwards und Sue Morrison gelernt und die narrenfrei-Methode als Weg der Selbstakzeptanz entwickelt. Lehraufträge an der Donau-Universität Krems, dem Kolleg für Sozialpädagogik, dem ÖGB u.a.

Weitere Infos per Email oder telefonisch: +43 664 2537755

Workshop narrenfrei kompakt: Die Kraft der Akzeptanz

Die kostengünstige Kurzversion des beliebten narrenfreɪ˙–Workshops

Im narrenfreɪ˙–Workshop lernen wir mithilfe spielerischer Übungen, uns so zu akzeptieren und zu zeigen wie wir wirklich sind. Mit unseren Stärken und Schwächen und unserer Verletzlichkeit. Wir lernen, unserer Intuition zu vertrauen.

Wir überwinden die Angst vor dem Scheitern und gewinnen Selbstbewusstsein und Narrenfreiheit: Die Freiheit von belastenden Denkmustern und Rollenbildern. Die Freiheit, auch nach Rückschlägen und Verlusten von Neuem zu beginnen und unser Leben zu gestalten. Die Freiheit, über uns selbst lachen zu können. Die Freiheit, uns und anderen mit Großzügigkeit, Humor und Mitgefühl zu begegnen und miteinander und der Welt in Verbundenheit zu leben.

Maximal 18 Personen, keine Vorkenntnisse nötig.
Kann als Gruppenselbsterfahrung für Lebens- und SozialberaterInnen angerechnet werden.

Ziele

  • Stärkung von Selbstbewusstsein, Humor, Intuition, Spontaneität, Präsenz und Beziehungsfähigkeit

Datum:

21. Februar 2020 von 15-19h

Ort: Stumpergasse 32/9 im Souterrain, 1060 Wien

Kosten: 89,- Euro inkl USt.; 50% Rückerstattung bei Stornierung bis zwei Wochen vor Workshopbeginn, danach keine Rückerstattung möglich.

Klaus Werner-Lobo lebt als Autor, zertifizierter systemischer Coach und Persönlichkeitstrainer in Wien. Er hat internationale Bestseller zum Thema Globalisierung und Menschenrechte sowie das Buch „Frei und gefährlich – Die Macht der Narren“ verfasst, war Kulturpolitiker im Wiener Gemeinderat, hat in Rio de Janeiro Schauspiel studiert und bei weltweit erfolgreichen Clowns wie Leo Bassi, Jango Edwards und Sue Morrison Narrenfreiheit gelernt. Lehraufträge an der Donau-Universität Krems, am Kolleg für Sozialpädagogik, bei den Pioneers of Change, dem ÖGB u.a.

Weitere Infos per Email oder telefonisch: +43 664 2537755

Mach dich doch lächerlich!

„Wer es erstens schafft, sich selbst anzunehmen, und zweitens die Angst vor der eigenen Lächerlichkeit verliert, ist Werner-Lobo überzeugt, wird vieles gewinnen“, schreibt das Kund_innenmagazin von DM active beauty über „Frei und gefährlich – Die Macht der Narren in seiner aktuellen Ausgabe:

„Vor allem ein großes Maß an Freiheit. Die Freiheit, sich weder verstellen noch verrenken zu müssen. Damit gibt man dem anderen automatisch zu spüren: Nimm mich so, wie ich bin, mit all meinen guten und schlechten Seiten, oder lass es bleiben. Die Scheu davor zu verlieren, die eigene Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit zu zeigen, wirkt befreiend. Der Schlüssel dabei ist laut Werner-Lobo, nicht nach Anerkennung zu haschen, sondern seinen Emotionen zu folgen.“

Wie ich euch 20.000 Euro/Jahr erspart habe

Anfang August des vergangenen Jahres, ich besuchte gerade einen Workshop des Clowns Avner Eisenberg in Konstanz, begannen die Schmerzen. Zuerst im Nacken, dann in den Schultern, schließlich am ganzen Oberkörper. Bis ich morgens kaum mehr aufstehen konnte. Zum Glück ließ mich meine Hausärztin sofort auf HLA-B27 testen: Ein Gen, das acht Prozent der europäischen Bevölkerung haben – und häufiger Indikator für eine laut Fachärzt_innen unheilbare Autoimmunerkrankung namens Morbus Bechterew.

Die Schmerzen wurden bald so unerträglich dass ich bis zu zweimal täglich hundert Milligramm Voltaren nehmen musste um einigermaßen über den Tag und vor allem durch die Nacht zu kommen. Die maximal zulässige Tagesdosis liegt bei 150 Milligramm, andernfalls oder bei längerer Einnahme drohen Magen- und Leberschäden, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Der Oberarzt einer renommierten rheumatologischen Abteilung sah aber ohnehin jene Therapie für mich vor, die einem großen Teil der Bechterew-Patient_innen verordnet wird: Ein sogenanntes Biologikum, das für den Rest des Lebens regelmäßig als Spritze verabreicht wird. Nebenwirkungen: Allen voran eine starke Schwächung des Immunsystems, also massiv erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten aller Art. Und noch eine Nebenwirkung: Die Behandlung kostet bis zu 20.000 Euro pro Jahr. Zahlt normalerweise die Krankenkasse, aber habt ihr euch schon mal gefragt warum ihr so hohe Sozialversicherungsbeiträge zahlt?

Mein Glück: Ein Freund meines Vaters leidet seit Jahrzehnten an Bechterew. Und zwar sehr. So wie ich im vergangenen Sommer, nur eben über Jahrzehnte hinweg. Und ich ich dachte schon nach ein paar Wochen ans Sterben! Bis er zufällig im Internet auf einen Londoner Arzt namens Alan Ebringer stieß, der herausgefunden haben will, dass die schmerzhaften Symptome der Krankheit von einer Darmbakterie namens Klebsiella ausgelöst werden. Und dieses Monster ernährt sich – verkürzt gesagt – von Stärke. Also Getreide, Nudeln, Erdäpfeln, Reis usw.; wenn man also all das (und leider noch sehr viel mehr Köstlichkeiten) aus dem Speiseplan streiche, könne man es quasi aushungern und damit unwirksam machen. Und sich (und dem öffentlichen Gesundheitssystem) die gesundheitsschädlichen und teuren Medikamente sparen, so der Freund meines Vaters, der seit Jahren nahezu medikamenten- und schmerzfrei lebt: „Fast niemand stirbt an Bechterew“, sagte er, „aber vermutlich viele an den Nebenwirkungen der Medikamente.“

Anfang Oktober habe ich mit der Bechterew-Diät begonnen. Eine zugegeben radikale Umstellung meiner Ernährungsgewohnheiten, begleitet von vermehrtem Muskeltraining um meinen Stützapparat zu stärken und einen Gewichtsverlust hintanzuhalten. Seit Ende November nehme ich keine Medikamente mehr. Und: Es geht mir gut. Nein: Es geht mir sehr gut! Ab und an spüre ich noch vergleichsweise harmlose Schmerzen, im Moment bin ich auf Kur in Bad Gastein um auch diese zu loszuwerden. Ich treffe hier PatientInnen die einen unglaublichen Leidensweg hinter sich haben. Fast alle nehmen Biologika, ihnen allen wurde von ihren Ärzt_innen gesagt dass es dazu keine Alternative gebe.

Als ich meinem Oberarzt mitteilte dass ich auf die Medikamente verzichten wolle weil ich keine Schmerzen mehr habe, meinte er nur „das bilden Sie sich ein“ und bestritt die Wirksamkeit der Diät. Bis jetzt lebe ich sehr gut mit dieser Einbildung, wäre aber froh, wenn sich die öffentlichen Kassen weiterhin die Finanzierung sinnvoller Behandlungen, Kuren und Medikamente leisten könnten statt sie für möglicherweise sinnlose und gesundheitsschädliche Pharmaprodukte auszugeben.

Nachtrag 27.1.: Bitte lest auch den differenzierten Kommentar zu meinen Ausführungen von Franz Ablinger.

Juli 2018: narrenfrei-Retreat am Werkhof Bistrica/Kärnten

Eine ganze Woche lang Narrenfreiheit leben und lernen? Das werden wir vom 6.-12. Juli 2018 bei Ulli und Thomas am Werkhof Bistrica im wunderschönen Südkärnten.

Ein Intensiv-Workshop mit täglichen Übungen, Ausflügen usw.: Wir werden also auch beim gemeinsamen Einkaufen und (vegetarischen/veganen) Kochen, beim abendlichen Zusammensitzen und bei Exkursionen in die Umgebung fast rund um die Uhr „Narrenfreiheit“ praktizieren – also Qualitäten wie Akzeptanz, Verbindung, Ehrlichkeit, Großzügigkeit, Verletzlichkeit und Humor. Dazu gibt es Yoga, Meditation u.a. sowie – nach Maßgabe der Möglichkeiten – individuelles Coaching. Und: Wir wollen eine Woche lang mit uns selbst und ohne Handy (außer für dringende Fälle), Facebook usw. sowie ohne Alkohol auskommen.

Wir haben einen großen Garten, der für Körperübungen, Schaukeln, Grillen, Pizza backen, Lagerfeuer usw. zur Verfügung steht, und einen kühlen Bach neben dem Haus.

Ausflüge: Zu Fuß und per Rad (Fahrräder kostenlos verfügbar), z.B. zum Turnersee und auf unseren Hausberg, den Petzen.

Kosten: 600 Euro inkl. Übernachtung im Vierbettzimmer plus Verpflegung. Doppelzimmerzuschlag 42 Euro, Einzelzimmerzuschlag (nur fünf EZ vorhanden) 96 Euro. 50% Rückerstattung bei Stornierung bis 60 Tage vor Workshopbeginn, danach keine Rückerstattung möglich.

Maximal 18 Personen. Workshop für Erwachsene, keine Vorkenntnisse nötig.

Werkhof Bistrica

Seminarraum

Im Narrenspiegel sehen wir uns selbst – auch jene Anteile, die wir im Alltag gerne verdrängen. Wir lernen, unsere eigenen Schwächen, Verletzlichkeit und Peinlichkeit zu akzeptieren und gewinnen Narrenfreiheit: Die Freiheit von inneren und äußeren Zwängen. Die Freiheit, auch nach Rückschlägen, Verlusten und Kränkungen immer wieder von Neuem zu beginnen, unser Leben selbst zu gestalten und unsere Träume zu leben. Uns als diejenigen kennen und akzeptieren lernen die wir wirklich sind, statt unser Leben lang fremde Erwartungen zu erfüllen. Das Ego zu überwinden und uns mit uns selbst und anderen verbinden.

Clowns und Narren fallen, scheitern, verlieren … und stehen immer wieder auf. Deshalb lieben wir Clowns wie Charlie Chaplin: Weil wir uns in ihnen wiedererkennen. Weil sie etwas zeigen, was wir selbst verstecken, wofür wir uns selbst genieren: Dass wir, jeder und jede von uns, immer wieder fallen, scheitern, verlieren, ein ganzes Leben lang. Weil sie uns die Schönheit unserer eigenen Lächerlichkeit vor Augen führen und zum immer wieder Aufstehen ermutigen.

Im narrenfreɪ˙-Retreat lernen wir, die Masken fallen zu lassen um frei zu sein und mit uns selbst und anderen – PartnerInnen, KollegInnen, Kundschaft, Publikum usw. – in Beziehung zu treten. Erreicht wird das mit spielerischen Übungen in der Gruppe und einer provokativen, aber stets humor- und liebevollen Auseinandersetzung mit individuellen Verhaltensmustern.

Klaus Werner-Lobo lebt als Autor, Coach und Persönlichkeitstrainer in Wien. Er hat internationale Bestseller zum Thema Globalisierung und Menschenrechte verfasst, war Kulturpolitiker, hat in Rio de Janeiro Schauspiel studiert und bei international erfolgreichen Clowns wie Leo Bassi, Jango Edwards, Avner Eisenberg, Philippe Gaulier und Sue Morrison gelernt. Sein Buch „Frei und gefährlich – Die Macht der Narren“ ist eine Kulturgeschichte von Clowns und Narren in allen Epochen – und eine Anleitung zur Akzeptanz und zur Überwindung des Egos.

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