Zehn Jahre Helge.at: Gratuliere!

Österreichs führender Blogger Helge Fahrnberger, nein, sein Weblog helge.at, ist nun zehn Jahre alt. Ich gratuliere sehr herzlich! Und freue mich, dass ich damals dabei sein durfte, als Helge unsere Erlebnisse in Mali und Burkina Faso per Satellitentelefon direkt in den Himmel, wo das Internet wohnt, verfügte.

Für die Veröffentlichung meiner eigenen Artikel über das Dogonland und über ein Waisenhaus in Ouagadougou wurden damals noch Bäume gefällt und Druckereiarbeitsplätze geschaffen.

jetzt.de: Zum Beispiel Bayer. Eine Wirtschaftskolumne (III)

jetztdeEr hat das „Schwarzbuch Markenfirmen“ geschrieben, in „Uns gehört die Welt“ erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen – für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute antwortet er auf Kommentare aus dem jetzt-Kosmos und zeigt ein Beispiel für Rohstoff-Raubzüge aus dem Kongo.

Vergangene Woche habe ich multinationalen Konzernen die Ausbeutung von Menschen -etwa in Afrika – vorgeworfen. Davor sprach ich sogar von „Raubzügen“ – eine Ausdrucksweise, die einige jetzt.de-LeserInnen offenbar als sehr drastisch empfanden.

Heute möchte ich dafür ein konkretes Beispiel nennen, das ich selbst recherchiert habe: Ende 2000 veröffentlichten die Vereinten Nationen einen Bericht über den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo – mit fünf Millionen Toten in fünf Jahren der größte Konflikt der Welt seit 1945. Laut UNO ging es dabei vor allem um Tantal, ein wertvolles Metall, das unter anderem für die Herstellung von Handys benötigt wird: Unterschiedliche Gruppen kämpften um den Zugang zu den Rohstoffminen und finanzierten ihren Krieg mit Einnahmen aus dem Edelmetall. Ein Teufelskreis. „jetzt.de: Zum Beispiel Bayer. Eine Wirtschaftskolumne (III)“ weiterlesen

Burkina Faso

via helge.at:

Wunderschöne, berührende Bilder und das ideale Weihnachtsgeschenk bietet der neue Laafi-Kalender: Zur Bestellung genügt ein Mail mit Adresse und Stückzahl an siehe auch Kontakt-Seite. Kostet €10, ab 2 Stück €9. Versandpauschale €2. Die Erlöse gehen an das burkinabische Entwiklungsprojekt Laafi, das übrigens auch ganz praktisch per Firefox-Extension unterstützt werden kann.

konzerne und kongo

nach einem interview über die fußball-wm im juni (betreffend die herstellungsbedingungen von sportbekleidung) hat mich die wochenzeitung der brasilianischen sozialen bewegungen „brasil de fato“ nun über die präsidentenwahlen in der demokratischen republik kongo befragt.

der artikel ist hier nachzulesen. deutsche kurzfassung: die eu – allen voran frankreich und deutschland – verteidigt dort anstelle von demokratie und menschenrechten in erster linie die rohstoffinteressen ihrer multinationalen konzerne und sieht präsident kabila als willige marionette.

in diesem zusammenhang möchte ich auch auf die aktuellen infos der werkstatt frieden und solidarität über die congo-connection der österreichischen firma treibacher hinweisen (mit unterstützungserklärung).

Entwicklungshilfe abschaffen

Im Rahmen von Africult 2004 habe ich gerade mit Yves Ekoué Amaizo von der Unido an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Was wäre Europa ohne Entwicklungshilfe aus Afrika?“ teilgenommen. Immerhin fließt hundertfach mehr Kapital, Ressourcen und Arbeitskraft von Afrika nach Norden als staatliche Entwicklungshilfe nach Afrika.

Der togolesische Ökonom ist überhaupt für deren Abschaffung, da diese vor allem als machtpolitisches Instrument eingesetzt würden. „Wenn sich ein afrikanischer Politiker den Privatisierungsinteressen westlicher Konzerne verschließt“, so Amaizo, „dann kriegt er einen Anruf vom Botschafter eines Industrielandes, ob er noch länger im Amt bleiben oder künftig auf die Hilfszahlungen verzichten möchte, die in manchen Fällen immerhin 30 bis 50 Prozent des Budgets ausmachen.“

Verzichten könnte man darauf leicht, wenn dafür der Süd-Süd-Handel gefördert würde. Aber was wäre Europa ohne „Entwicklungshilfe“ aus dem Süden? Amaizo prophezeit uns „mehr soziale Sicherheit, weniger Steuern wegen des Wegfalls der Exportsubventionen und geringeren Migrationsdruck.“

Blut und Öl in Afrika

Mark Thatcher, Sohn der „Eisernen Lady“ und Waffenhändler, soll im stillen Einvernehmen mit Madrid, Washington und London einen Putsch im erdölreichen Äquatorial-Guinea geplant haben; zeit.de berichtet über Hintergründe.

Bewerkstelligt sollte der Putsch mithilfe der südafrikanischen Söldnerfirma Executive Outcomes werden, deren Gründer Tony Buckingham auch die Firma Heritage Oil leitete, die im Juni 2002 Ölkonzessionen in der Demokratischen Republik Kongo erwarb (Siehe dazu auch den Report von taz-Redakteur Dominic Johnson Shifting sands: Oil exploration in the rift valley and the Congo conflict). Buckingham hatte laut taz vom 3.3.2003 bereits in Angola und Sierra Leone Söldneroperationen durchgeführt.

Thatcher faces court showdown over coup plot

In Südafrika haben sie Margaret „There is no Alternative“ Thatchers Sohn Mark im Pyjama verhaftet, weil er einen Staatsstreich im ölreichen Äquatorialguinea geplant haben soll (Artikel im Guardian).

Ein typisches Kind der Achtziger Jahre: Auch Francois Mitterrands Bankert Jean-Christophe ging seinerzeit hinter Gitter, weil er mit afrikanischen Diktatoren korrupte Erdöl- und Waffengeschäfte trieb.